Der Podcast-Markt im Fokus

26. August 2020 |

18 Tipps für den Aufbau deiner Podcast-Community

Die Podcast-Mentorin klärt dieses Mal die wichtigsten Fragen zum Thema Community: Wie du sie aufbaust, wie du sie pflegst, wann sie dir nützt

Möchtest du überhaupt eine Community aufbauen?

Vielleicht bist du jetzt erstmal ganz entrüstet und denkst dir “Ja natürlich! Was für eine Frage!” – ich stelle diese Frage, weil das tatsächlich eine sehr individuelle Sache ist.

Eine Community will gepflegt und mit regelmäßigen Inhalten unterhalten und versorgt werden. Und das zusätzlich zum Podcast – auf einer weiteren Plattform.

Podcast ist so ziemlich das einzige Medium, bei dem auf der direkten Plattform keine Community aufgebaut werden kann.

In den Community-Aufbau und die Pflege fließen gerade am Anfang Zeit, Mühe, Energie, Geduld und auch Nerven – und zwar deine, solange du das Projekt alleine stemmst.

Deswegen sollte auch diese Entscheidung bewusst getroffen werden.

Es gibt zwar Strategien, aber keine Garantie für Erfolg. Auch dieser Erfolg hängt von deiner Einstellung und deiner Bereitschaft ab, Energie und Zeit reinzustecken.

Da ich parallel die Communities von drei Instagram-Accounts pflege und zwei davon alleine aufgebaut habe, weiß ich ziemlich genau, dass es eine Arbeit ist, die super viel Spaß machen kann und sich so sehr lohnt!

  • Du kannst daraus mit der Zeit
  • zahlende Kunden generieren,
  • Freunde fürs Leben gewinnen,
  • Kooperationen schließen,
  • sowie aus den Gesprächen Themenideen für dich mitnehmen und für deinen Content nutzen.

Ich persönlich liebe es, mit meiner Community im Austausch zu sein und zu erfahren, was die individuellen Herausforderungen sind und wie meine Follower/Community über die Themen denkt, die ich anspreche.

Um deine Community aufzubauen gibt es zahlreiche Plattformen. Du kannst hierfür

  • Instagram
  • Facebook
  • Xing
  • oder LinkedIn

nutzen. Alle Plattformen, auf denen Austausch möglich ist, kommen hierfür in Frage.

Welche Plattform du tatsächlich nutzt hängt davon ab, wo sich deine Zielgruppe aufhält und was die geeignete Plattform für deine Inhalte ist.

Der wichtigste Tipp, den ich dir zum Thema Community mitgeben kann ist folgender: Baue dir eine Community auf, bevor du sie brauchst.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Herren, der seinen Podcast monetarisieren wollte, jedoch ohne eine treue Community zu haben. Letztendlich hat er nach 1,5 Monaten Podcast die Flinte ins Korn geworfen und für sich beschlossen “Das wird nichts!” – für mich ganz klar eine hinderliche Einstellung zum Thema Podcasten und Community-Aufbau.

Bitte bedenke auch du, dass deine Community dich erst einmal kennenlernen muss, um Vertrauen in dich und in deine Produkte zu fassen. Ohne Vertrauen wird es schwierig deine Produkte zu verkaufen.

Vertrauen ist DIE Währung online. Es ist die Grundlage für alles.

Dementsprechend wichtig sind auch der Community-Aufbau und die Pflege deiner Community. Eine Community aufzubauen dauert seine Zeit. Wie lange es dauert, ist sehr individuell und kommt darauf an, was dein Ziel ist und wie viel Zeit und Energie du investierst.

Jede Community ist anders. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass eine Community auch nur so treu ist und nur so gut zu dir passt, wie die klare Ausrichtung deines Social-Media-Accounts gegeben ist. Was ich damit meine? Jahrelang habe ich – relativ erfolglos – versucht auf meinem allerersten Instagram-Account eine Community aufzubauen, wusste aber selbst nicht so recht, warum und hatte auch kein Angebot dahinter.

Wenn mich jemand gefragt hätte: “Warum soll ich dir folgen?” hätte ich damals keine Antwort gewusst. Genau diese Frage stellen sich jedoch deine Follower – ob bewusst oder unbewusst. Also: Was bietest du auf deinem Account an Mehrwert? Was bietest du, damit deine Follower bei dir bleiben?

Übrigens: Follower alleine machen noch keine Community aus. Eine Community ist es ab dem Punkt, ab dem deine Follower auch in den Kommentaren untereinander ins Gespräch kommen, sich austauschen und vernetzen.

“Ich bekomme wenig Feedback. Meine Community ist träge. Was kann ich tun?!”

Meine erste Frage hierauf wäre: Was hast du denn schon ausprobiert?

Oftmals ist in der Hinsicht schon einiges getestet worden. Die Gründe warum das Ganze nicht funktioniert sind vielfältig:

  • Kein Durchhaltevermögen
  • Zu viel Unterschiedliches ausprobiert
  • Unklare Anweisungen bei Aktionen
  • Du bist nicht sichtbar als Person
  • Du wirst nicht gefunden
  • Hinderliche Hashtags verwendet
  • hinderliche Einstellung zum Community-Aufbau

Um den Community-Aufbau aktiv zu betreiben habe ich im Folgenden ein paar Möglichkeiten zusammengetragen und näher erklärt.

1. Errege Aufmerksamkeit

Um eine Community aufzubauen und pflegen zu können müssen deine (zukünftigen) Follower erst einmal wissen, dass es dich, deine Seite und deinen Podcast überhaupt gibt.
Welche Strategie hast du dir überlegt, um deinen Podcast bekannt zu machen?
Teilst du schon regelmäßig, was hinter den Kulissen abgeht?
Sprichst du über das, was Thema in deinem Podcast ist?
Machst du überhaupt Werbung dafür?

Eine coole Möglichkeit um schnell und unkompliziert kurze Video-Teaser von deinen Podcast-Inhalten für dein Marketing zu erstellen ist die App Headliner, die es übrigens auch als Desktop-Variante gibt. Hier meldest du dich kostenfrei an und kannst den Dienst anschließend nutzen. Das geht allerdings nur, wenn die Podcastfolge bereits veröffentlicht wurde.

Die Wahl des Teasers ist wiederum ein Thema für sich. Wenn du überlegst den Anfang deines Podcast hierfür zu nutzen, lege ich dir ans Herz etwas anderes zu nehmen. Niemand möchte im Teaser deine Musik und dein Intro hören, schon gar nicht jedes Mal. Es geht beim Teaser tatsächlich um die reinen Inhalte deines Podcasts. Das worüber gesprochen wird in der eigentlichen Podcastfolge.

Und das wiederum sollte inhaltlich möglichst ansprechend und interessant sein.

2. Starte Mitmach-Aktionen

Um deine Follower miteinander zu vernetzen bieten sich beispielsweise Mitmach-Aktionen auf deinem Account an.

Dadurch kannst du beispielsweise
die Interaktion auf deinem Account erhöhen,
deine Follower zur Community machen,
ein Gewinnspiel veranstalten
und mehr über deine Follower/Community erfahren.

Wichtig hierfür ist vor allem, dass beide Seiten einen Mehrwert davon haben. Damit deine Mitmachaktion funktioniert muss diese ein Geben und Nehmen sein. Ansonsten haben die Follower keinen Anreiz mitzumachen und fragen sich was das Ganze soll.

Was haben deine Follower davon teilzunehmen?

Klingt vielleicht etwas übertrieben, allerdings stellen sich deine Follower diese Frage – ob bewusst oder unbewusst – tatsächlich. Was bringt mir das?

Außerdem sollte die Anleitung, wie deine Follower teilnehmen können, klar, eindeutig und einfach zu verstehen sein.

Hierzu kann ich dir auch die Podcastfolge “So wird deine Mitmach-Aktion zu einem Happening” von Kathy Ursinus sehr ans Herz legen:

https://open.spotify.com/episode/0SHMjo4zCxaC4wy88Ybik1?go=1&utm_source=embed_v3&t=0

3. Verteile Shoutouts

Jemand aus deiner Community hat ein Angebot, das auch für deine Follower interessant ist? Teile das Ganze doch auf deiner Seite, schreibe einen kurzen Text oder nimm ein Video auf und verlinke die Person. Das Wichtigste ist, dass die sozialen Netzwerke auch sozial bleiben.

4. Gehe Kooperationen ein

Du lernst jemanden kennen,

  • der deinen Tätigkeitsbereich ergänzt
  • eine andere Meinung vertritt als du
  • oder ein sogenannter Zielgruppenbesitzpartner ist, d.h. ihr habt dieselbe Zielgruppe?

Warum schließt ihr euch nicht zusammen und macht gemeinsame Sache? Konkurrenzdenken hat meiner Meinung nach ohnehin ausgedient. Zusammen sind wir stärker.

5. Schreibe Interaktion GROß

Sollte eigentlich selbstverständlich sein. Es sind doch immer die kleinen Dinge, die den Unterschied machen:

  • Kommentare und Nachrichten zeitnah beantworten
  • besonders spannende Kommentare fixieren (bei Instagram)
  • besonders wichtige Kommentare durch einen ergänzenden Beitrag hervorheben
  • Verlinkungen überprüfen und ggfls. die Sachen bei dir teilen, wenn relevant
  • Gegenfragen stellen und in den Austausch kommen

6. Wertschätzung kostet nichts

Denk bei allem was du tust und nicht tust immer daran, dass hinter jedem Account, hinter jedem Follower ein Mensch steckt. Ein Mensch mit Ängsten, Träumen und Herausforderungen. Aber auch: Ein potentieller Kunde, Kooperationspartner oder Empfehlungsgeber.

7. Sei aktiv

Sei nicht nur auf deinem eigenen Account aktiv, sondern auch auf den Accounts deiner Follower (liken, teilen, kommentieren). Und zwar regelmäßig. Das ist für mich ebenfalls eine Form der Wertschätzung und zeigt, dass dir nicht komplett egal ist, was deine Community macht. Be someone who cares.

8. Halte deine Versprechen

Auch das sollte meiner Meinung nach selbstverständlich sein. Dennoch möchte ich es hier gerne erwähnen, weil ich selbst schon erlebt habe, dass ich etwas gewonnen habe und der Gewinn bis heute nicht bei mir eingetroffen ist. Ich kann also aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich schreibe: Das Verhalten ist nicht gerade förderlich!

Außerdem auch ein wichtiger Punkt: Wenn du die Ankündigung machst “jeden Sonntag eine neue Podcastfolge” dann sollte auch sonntags eine Podcastfolge erscheinen. Es sei denn du hast einen wirklich guten Grund und kommunizierst das auch. Podcasthörer sind in der Regel sehr treue Hörer und verlassen sich auf dich. Eingehaltene Versprechen geben nicht nur dir einen Rahmen sondern deinen Podcast-Hörern Sicherheit.

9. Biete Mehrwert

Wenn du deine Community auf Social Media aufbaust, musst du bedenken, dass sie zum Podcasthören die von dir gewählte Plattform verlassen müssen. Dazu sind einige nicht oder nicht direkt bereit. Biete etwas an, wofür es sich lohnt die Plattform zu verlassen. Mach es ihnen so schmackhaft, dass sie gar nicht mehr anders können, als deinen Podcast zu hören.

Aber nicht nur auf der von dir gewählten Social Media Plattform kannst du aktiv etwas für deinen Community-Aufbau tun. Du kannst auch genauso gut in deinem Podcast Dinge umsetzen, die langfristig gesehen in das Beziehungskonto einzahlen:

10. Nimm Podcastfolgen speziell für einzelne Fragen aus deiner Community auf

Aus deiner Community kam eine geniale Frage, die du ausführlich beantworten kannst und möchtest? Wenn die Antwort auch für andere interessant ist, mach eine Podcastfolge draus. Gehört bei Jens Heuchemer im Creators Circle Celebration Podcast (ehemals: Pure Satisfaction Podcast).

https://open.spotify.com/episode/0Sdyp7RJW8lMOLjnbfAoGI?go=1&utm_source=embed_v3&t=0

11. Lies Bewertungen deines Podcasts vor

Du hast eine wundervolle Bewertung für deinen Podcast oder ein anderes tolles Feedback bekommen? Gibt etwas zurück und lies das Feedback vor um einerseits Danke zu sagen und andererseits die Zuhörer dazu anzuregen auch eine Bewertung zu schreiben. Gehört bei Vitali Brikmann im “Fotografie kann soviel mehr sein!”-Podcast.

12. Lade interessante Personen in deinen Podcast ein

Wenn du interessante Fragen aus deiner Community bekommst und spannende Menschen dadurch kennenlernst – lade sie doch mal als Interview-Gast in deinen Podcast ein. Was hält dich auf?

13. Erwähne die Namen von Zitatgebern/Fragestellern

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass du den Namen deines Zitatgebers/Fragestellers mit erwähnst. Es muss ja nicht der komplette Name sein, ein Vorname oder Accountname reicht.

14. Veröffentliche Sprachnachrichten aus Community (nur mit Genehmigung)

Am Schönsten wäre es natürlich, wenn deine Community auch selbst zu hören wäre. Du kannst sie einerseits dazu aufrufen dir eine Frage per Sprachnachricht zu beantworten, solltest aber gleichzeitig beachten, dass du deren Genehmigung zur Veröffentlichung dennoch einholen solltest.

15. Starte einen Live-Podcast mit Publikum

Deine Community ist live mit im Raum bei der Podcast-Aufnahme. Diese Möglichkeit bietet sich eher für geübte Podcaster an – so meine Einschätzung. Es ist nochmal eine ganz andere Herausforderung, wenn Menschen dabei sind während du jemanden interviewst. Dein Publikum findet es jedoch mit Sicherheit gut, denn das schafft Nähe und das Gefühl mitbestimmen zu können (wenn z.B. Fragen von den Menschen aus dem Publikum gestellt werden dürfen). Gehört bei Leonie und Markus Walter im “Werde sichtbar für dein Thema”-Podcast.

16. Veranstalte ein Gewinnspiel und verlose etwas

“Bleibt bitte bis zum Ende dran, es gibt etwas zu gewinnen” – Podcasthörer sind ohnehin recht treue Hörer. Sie können immerhin ihr Programm selbst wählen. Weiterhin bei der Stange halten kannst du sie meist jedoch recht einfach mit Gewinnspielen. Wichtig ist jedoch, dass auch ein Gewinnspiel folgt und du deine Zuhörer nicht enttäuschst an der Stelle indem du ein Gewinnspiel ankündigst und dann keines stattfindet. Verlässlichkeit ist auch hier das A&O.

Wenn du schon ein Himbeermarmeladenglas verlost, dann bitte das glitzernde mit Goldpartikeln. Der Gewinn sollte etwas Besonderes sein, das man entweder nicht kaufen kann oder das per se einen besonders hohen Wert hat.

17. Pflege deine Shownotes und ergänze sie mit weiterführenden Links

Du hast eine Website/Blogbeitrag in der Podcastfolge erwähnt? Verlink ihn in den Shownotes (Podcastbeschreibung). Es gibt nichts unangenehmeres, als Zuhörer die deswegen verärgert sind (und vielleicht nicht wiederkommen).

18. Sei du selbst

Nach all diesen Empfehlungen hier der wichtigste Tipp: Sei du selbst! Such dir bitte aus dieser Liste genau das raus was zu dir und deinem Konzept passt. Betrachte diese Liste als Empfehlungen, nicht als “Muss”. Wenn du dich nun einmal nicht so gerne als Person zeigen möchtest, dann tu dies auch nicht. Denn wenn du es tust und es nicht gerne tust, wird deine Community das merken. Und auch, dass du es aus der falschen Intention heraus tust.

Podcasten und Community-Aufbau sollen schließlich Spaß machen.

Weiterführende Artikel

Die Podcastmentorin: Audio oder Video? – Wann ein Video-Podcast Sinn macht

Die Podcastmentorin: Musiknutzung in Podcasts

Kerstin Heinz