Der Podcast-Markt im Fokus

8. September 2020 |

3 Fragen an das Team vom „FreakCasters“-Podcast

Drei Wiener Journalist*innen gestalten einen abwechslungsreichen Podcast über Menschen, die besondere Interessen und Leidenschaften, spezielle Bedürfnisse oder Ansprüche haben.

Von Mülltauchern und anderen Freaks

FreakCasters, das sind die Sandra Knopp, Christoph Dirnbacher und Udo Seelhofer. Im Podcast der drei Wiener Journalist*innen geht es ganz grundsätzlich um Menschen, deren „persönliche Geschichten“ und „ihre – mitunter außergewöhnlichen – Leidenschaften“. Hörerinnen und Hörer erfahren, wie dieser Begriff – „Freaks“ – überhaupt entstanden ist. Und wer heute, nicht nur in Wien, als „Freak“ bezeichnet werden kann, darf, soll oder will.

Das FreakCasters-Team redet dafür etwa mit Leuten, „die in ihrer Freizeit gegen Orkhorden zu Felde ziehen“ und macht sich auf die Spuren von Sherlock Holmes und dessen Verehrer*innen. Es interviewt „Trekkies“, True Crime-Podcaster, „Wastecookers“ oder auch das Gründerteam dieses Magazins. Berichtet über eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Beschäftigt sich schlicht gesagt mit Menschen, die besondere Interessen, Bedürfnisse oder Ansprüche haben.

Inklusion von Menschen mit Behinderung

„Wir versuchen, mit unserem Podcast die vielseitigen Facetten des menschlichen Lebens zu zeigen“, sagt Udo Seelhofer. „Anders als andere Podcasts, die sich vielleicht nur auf bestimmte Teilbereiche konzentrieren, bleiben wir thematisch flexibel.“ Ein besonderes Anliegen ist ihm, dass Menschen mit Behinderung bei FreakCasters „immer wieder die Chance haben, ihre Standpunkte darzulegen und Projekte vorzustellen“. Als Beispiel dafür nennt er die Episode über das „Projekt Andererseits“, in dem es darum geht, „Inklusion im Journalismus zu leben und neu zu denken“. Die Zuhörer*innen sollen im Podcast einen bunten Mix aus verschiedenen Themen bekommen, der sie „jedes Mal aufs Neue überrascht“.

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Unser Podcast ist ein Spinoff von Freak-Radio, einer inklusiven und ehrenamtlich geführten Radiosendereihe für Menschen mit Behinderung. Dort beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit der Lebensrealität von Menschen mit Behinderung. Bei „FreakCasters – Menschen, Geschichten & Leidenschaften“ wollen wir unser Themenfeld erweitern. Hier sprechen wir mit den Menschen über ihre freakigen Seiten, ihre Leidenschaften – also das, was sie als Menschen einzigartig macht.

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

Was uns am meisten positiv überrascht hat, ist die Leidenschaft und die Hingabe, mit der Menschen sich für eine Sache einsetzen können, wenn sie daran glauben. In der zweiten Folge haben wir zum Beispiel mit einem Mann gesprochen, der – aus Sorge, was mit seiner mit Trisomie 21 geborenen Tochter sein wird, wenn er nicht mehr lebt – das Familienhaus zu einem Wohnzentrum für Menschen mit Behinderung umgebaut hat. Wenn das nicht zeigt, was ein Mensch erreichen kann, wenn er oder sie sich dafür einsetzt – was dann?

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant? Wenn ja: wie?

Wir verdienen mit dem Podcast derzeit noch kein Geld. Für die Zukunft können wir uns das aber sehr gut vorstellen.

Bernhard Madlener