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29. September 2020 |

3 Fragen an das Team von „Versuch & Irrtum“

Wie verlaufen wissenschaftliche Spitzenkarrieren? Im neuen Ö1- Podcast „Versuch und Irrtum“ erzählen erfolgreiche Forschende von ihren verschlungenen Lebens- und Karrierewegen an die Spitze der Wissenschaft.

Bild (v. l. n. r.): FWF-Präsident Klement Tockner, Ö1-Host Irmgard Wutscher, Chemikerin Miriam Unterlass, Ö1-Host Ruth Hutsteiner und Ö1-Chef Martin Bernhofer (Foto: FWF/Luiza Puiu).

Auf dem Papier sehen die Karrieren von erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oft geradlinig aus: Forschungsaufenthalte an Topuniversitäten, prestigeträchtige Forschungsförderungen in großem Umfang sowie eine beindruckende Liste an Publikationen. Was oft im Hintergrund bleibt: Einige sind über Umwege oder mit einer großen Portion Zufall in der Wissenschaft gelandet. Viele Forschende sind prekär beschäftigt. Und: Einer eingeworbenen Forschungsförderung gehen oft mehrere vergebliche Einreichungen voraus.

Über individuelle Lebens- und Karrierewege, über Erfolgserlebnisse sowie Hürden auf dem Weg an die Spitze der Wissenschaft sprechen Ruth Hutsteiner und Irmi Wutscher im Podcast „Versuch und Irrtum“ mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Österreich.

In acht Ausgaben, die ab 21. September im Rahmen des Ö1-Podcast-Angebots sowie im FWF-Magazin scilog.fwf.ac.at abrufbar sein werden, treffen sie Politikwissenschaftler, Expertinnen für Roboter-Mensch-Beziehungen, Materialforscherinnen u. v. m. und wollen wissen, wie sie mit Scheitern und Unsicherheit umgehen, welche Herausforderungen der Wissenschaftsbetrieb bereithält und warum für sie die Forschung für den besten Beruf der Welt halten.

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Ruth: Als Wissenschaftsjournalistinnen berichten wir oft nur über die Forschungsergebnisse – welche Menschen und Geschichten dahinterstecken, erzählen wir nur selten. Dabei ist es mindestens so spannend sich anzusehen, wie der Wissenschaftsbetrieb eigentlich funktioniert und was die Forscher*innen motiviert und auch nervt an ihrem Job. Das wollen wir jetzt mit unserem Podcast zeigen.

Irmi: Trial and Error bzw. schlussendlich „Versuch und Irrtum“ hat sich da als Klammer ziemlich bald herauskristallisiert. Es ist ja das Prinzip, wie man in der Wissenschaft vorgeht – und in Wirklichkeit auch sehr oft im Leben. Wir machen das zum Beispiel gerade mit diesem Podcast… 

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

Irmi: Inhaltlich fand ich es spannend, dass fast jeder und jede der Wissenschaftler*innen, die wir getroffen haben, in irgendeiner Form schon einen kleinen Umweg gemacht hat. Zum Beispiel, dass sie das eigentlich gar nicht studieren wollten, was sie jetzt machen. Praktisch fand ich es erstaunlich und ziemlich cool, dass alle bereit waren, sich unserem superargen Ei-Experiment zu unterziehen. 

Ruth: Und so, wie sich alle auf ihre eigene Weise unserem Experiment stellen, gehen sie auch mit dem Scheitern und der Unsicherheit um, was nicht nur Teil der Forschung selbst, sondern auch ein ständiger Begleiter in jungen Wissenschaftskarrieren ist. Das finde ich inspirierend und vielleicht können sich auch Zuhörer*innen hier etwas abschauen – egal, ob sie in der Forschung sind oder nicht. 

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant? Wenn ja: wie?

Ruth & Irmi: Wir werden im Rahmen unserer Tätigkeit als Journalistinnen bei Ö1 für die Produktion des Podcasts bezahlt. Außerdem ist der Podcast eine Kooperation zwischen Ö1 und dem FWF.

Tatjana Lukas