Der Podcast-Markt im Fokus

10. Januar 2021 |

#büchereicast: Wiener Literatur für die Ohren

Bei den Büchereien Wien wird nach Büchern, Tonträgern, Videos und Games nun auch der Podcast zum Kulturgut.

Die Lockdown-Not zur Tugend gemacht

Was im Dezember 2019 begann, entpuppte sich wenige Wochen später als wahrer Glücksfall für die Büchereien Wien: Der „Büchereicast“, ursprünglich als Format konzipiert, um Literaturveranstaltungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, war plötzlich der einzige Kanal, um die entsprechenden Inhalte zu verbreiten. Ab März war (bekanntlich nicht zum letzten Mal) Lockdown und Publikumsveranstaltungen waren nicht mehr möglich.

Rasch wurde das ursprüngliche Podcast-Format „Tea for Three“, bei dem die beiden Literaturkritiker*innen Daniela Strigl und Klaus Nüchtern jeweils im Gespräch mit einer Autor*in waren, durch die „Corona-Lesungen“ abgelöst: Michael Stavarič, Katja Jungwirth, Cornelia Travnicek, Julya Rabinowich und viele weitere Schriftsteller*innen sorgten dafür, dass Literaturbegeisterte trotz geschlossener Bibliotheken und gestörter Lieferketten im Buchhandel auf ihre Kosten kamen.

Mittlerweile wird „Tea for Three“ weitergeführt, dann und wann wieder von einer Corona-Lesung unterbrochen: So wie auch Lockdown-Phasen im Jahr 2020 für viele Menschen mittlerweile zur geduldeten Normalität gehören, bis die Durchimpfung der Bevölkerung ein ausreichend hohes Niveau erreicht hat.

Neben Büchern, Tonträgern, DVDs, Brett- und Computerspielen hat sich mit dem „Büchereicast“ der Büchereien Wien auch das Format Podcast als Kulturgut etabliert. Was sich künftig wohl auch andere Bibliotheken als Vorbild nehmen dürften.

Bernhard Madlener