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9. August 2020 |

„Die gute Minute“: 3 Fragen an Matthias Hecht

Podcast-Cover "Die gute Minute" von Matthias Hecht
Täglich eine Minute lang will Schauspieler Matthias Hecht seine Hörerinnen und Hörer vom Alltags- und Corona-Stress erlösen – und damit ihrem gesamten Tag einen positiven Spin verleiehen: Das ist das Grundkonzept des Podcasts „Die gute Minute“.

Ein guter Gedanke für den gelingenden Tag

Jeder Tag sollte zumindest eine „gute Minute“ haben: Diese Idee liegt dem Podcast zugrunde, den Matthias Hecht im März 2020, wenige Tage nach Beginn des Corona-Lockdowns, gestartet hat. Dabei setzt er eben auf ein tägliches Format sowie die Länge von einer Minute. Genau genommen – nimmt man Einleitung und Outro-Musik dazu – sind es eine Minute und 25 Sekunden. „Aber der gesprochene Inhalt ist eben stets eine Minute lang. Und ich sende immer tagesaktuell“, so Hecht, der von Beruf Schauspieler ist. Tatsächlich produziere er seine Episoden nämlich nicht vor, sondern nehme jeden Tag eine Episode auf.

Ausgehend von einem Gedanken, der ihn am betreffenden Tag beschäftigt, versucht Hecht mit „Die gute Minute“ die (Zukunfts-) Sorgen seiner Hörer*innen zu mildern und diese auf die schönen Kleinigkeiten des Alltags hinzuweisen: „Freude, Ablenkung, eine kleine Auszeit vom alltäglichen Stress“ – das will er dem Publikum schenken. Den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und die „Vorfreude auf den nächsten Tag“ steigern.

„Natürlich ist ein Teil meines Berufes als Schauspieler meine Stimme. Die kann ich beim Podcast wunderbar einsetzen und von meiner Erfahrung profitieren“, so Hecht. Darüber hinaus vermeide er bewusst und offensiv, „Werbung für meine sonstigen beruflichen Tätigkeiten zu machen – weil es mir darum in dem Podcast nicht geht.“

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Am achten Tag meiner häuslichen Quarantäne, am 21. März, und nach vielen negativen Gedanken, aufgrund der Theater Schließungen, über meine berufliche Zukunft als Schauspieler und Regisseur, habe ich für mich beschlossen, jeden Tag zumindest einen positiven Gedanken zu haben. Und da ich zu der Zeit mit nichts anderem außer meiner Stimme arbeiten konnte, kam ich auf die Idee, erstmalig einen Podcast zu machen. Der Titel hat sich schnell aus dem inhaltlichen und formalen Ansatz ergeben: ein positiver Inhalt innerhalb einer einzigen Minute.

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

„Ich habe tatsächlich ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Von Beginn an, gab es einige Menschen, denen der Podcast schnell zum täglichen Ritual wurde und die die gedankliche Ablenkung sehr genossen haben. Und ich habe durch den Podcast einige sehr interessante Menschen kennengelernt, mit denen ich nach wie vor in engem Austausch bin. Darüber hinaus habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass das Format so großartig angenommen wird und ich so tatsächlich bis in die Podcast-Tipps der SZ gelange.

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant? Wenn ja: wie?

Nein. Das war und ist niemals meine Absicht gewesen. Und so soll es auch bleiben. Zumindest was „Die gute Minute“ betrifft. Und da speziell bezogen auf Werbung. Das würde das Format sprengen und passt in meinen Augen auch überhaupt nicht dorthin. Was eventuelle zukünftige, neue Formate angeht, will ich das nicht grundsätzlich ausschließen.

Bernhard Madlener