Der Podcast-Markt im Fokus

17. November 2020 |

Die Podcast-Mentorin: Wie erhöhe ich die Reichweite meines Podcasts?

Heute möchte ich auf eine der wohl meist gestellten Fragen näher eingehen: Wie bekomme ich mehr Reichweite für meinen Podcast?

Zielgruppe anvisieren und los geht’s!

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle die Frage stellen: Wen möchtest du mit deinen Inhalten erreichen? Für wen produzierst du deine Podcast-Folgen? Ich weiß nicht wie es dir da geht, aber für mich geht Qualität vor Quantität.

Nicht die Anzahl der Abonnenten, Downloads oder Streams entscheidet, sondern dass die richtigen Menschen deinen Podcast hören.

Dennoch gilt es grundsätzlich ein paar Dinge zu beachten, die dir dabei helfen können die Reichweite deines Podcasts langfristig zu erhöhen.

Die ersten Sekunden entscheiden

Ähnlich wie beim Erstkontakt unter Menschen entscheiden auch hier die ersten Sekunden ob dein Podcast weitergehört wird oder nicht. Deswegen solltest du unbedingt drauf achten, dass du ein überzeugendes und sympathisches Intro nutzt für deinen Podcast. Vermutlich gilt auch hier “Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck”.

Ich beobachte das auch bei mir selbst. Wenn das Intro mir schon unsympathisch ist, dann habe ich keine großartige Lust weiter zu hören. Auch wenn die Inhalte möglicherweise sehr viel besser sind.

Es bringt dir umgedreht aber auch wenig, wenn du ein professionelles Intro nutzt und die Tonqualität deiner eigentlichen Folgen sehr viel schlechter ist. Die Tonqualität deiner Aufnahme sollte ebenso überzeugen.

Lege Wert auf gute Tonqualität

Wenn du möchtest, dass potentielle ZuhörerInnen gerne in deinen Podcast reinhören, dann kommst du um eine vernünftige Tonqualität nicht herum. Denn das ist nunmal das, was deinen Podcast ausmacht. Schöne Coverbilder werden oft nicht mal beachtet, genauso wie gepflegte Shownotes. Beides wichtig – ohne Frage. Aber der Ton und deine Inhalte entscheiden letzten Endes, ob dein Podcast zu Ende gehört wird oder nicht.

Natürlich können auch noch andere Gründe eine Rolle spielen, auf die du erst einmal wenig Einfluss hast. Wenn deine Podcastfolgen beispielsweise nach 15 Minuten abgebrochen und nicht weiter gehört werden, war vielleicht genau das der Arbeitsweg deines Hörers.

Pflege deine Shownotes

Für viele ist die Pflege der Shownotes ein leidiges Thema, ich weiß. “Wer liest die denn überhaupt?” höre ich oft. Was ich dazu sage: Warum nutzt du diese kostenlose Werbefläche nicht für dich?

Es mag sein, dass viele die Shownotes tatsächlich nicht lesen, was aber ist mit denjenigen, DIE es tun? Du hast hier die Möglichkeit eine kostenlose Werbefläche zu nutzen. Was hält dich davon ab? Ein Minimum an Information wäre beispielsweise die Verlinkung deiner Social Media-Kanäle bzw. deiner Website.

Letzte Woche habe ich das gerade wieder mitbekommen. Die Podcasterin sagte “Teilt gerne einen Screenshot und taggt mich” – hatte aber nirgendwo eine Info stehen, wo sie zu finden ist. Macht es euren HörerInnen so einfach wie möglich euch außerhalb des Podcasts zu finden.

Außerdem sollten deine Shownotes neugierig machen und relevante Keywords enthalten. Denn diese können oftmals auch von Suchmaschinen gefunden werden.

Lasse Interview-Gäste die Folge in ihren Netzwerken teilen

Das ist keineswegs selbstverständlich, dennoch super wichtig um auch die Community deiner Interview-Gäste erreichen zu können. Durch den Social Media Algorithmus wirst du nie die komplette Social Media-Community erreichen (auch deine eigene übrigens nicht). Wie wäre es mit einer Bewerbung der Folge über den Newsletter des Interview-Gastes? Sprich das Thema doch beim nächsten Interview-Gast einfach mal an.

Verlinke die Interview-Gäste bei deinen entsprechenden Beiträgen, das macht es ihnen einfacher den Beitrag zu sehen und direkt mit ihrem Netzwerk zu teilen.

Nutze von Zeit zu Zeit Gewinnspiele in deinem Podcast

Um die Reichweite deiner Hörer zu nutzen kannst du beispielsweise auch regelmäßig Aktionen bzw. Gewinnspiele veranstalten. Wie bei allen Mitmach-Aktionen ist es wichtig herauszustellen: Was haben deine Hörer davon? Gib ihnen einen wirklich guten Grund mitzumachen. Wie auch immer dieser für dich und bei deinem Thema aussehen mag.

Du könntest beispielsweise ein Coaching- oder Beratungsgespräch als Gewinn verlosen. Oder eines deiner physisches Produkte. Was auch immer für dich funktioniert und Sinn macht.

Was denkst du welcher Gewinn ist attraktiv für deine Podcasthörer? Wenn du so gar keinen Plan hast, starte doch mal eine Umfrage in deiner Community. Dadurch kannst du zumindest einen kleinen Einblick gewinnen was interessant sein könnte als Gewinn.

Bewirb jede Folge über deinen Newsletter

Deine Email-Abonnenten haben in dem Moment “ja” zu dir gesagt, als sie sich in den Verteiler eingetragen haben. Also warum nicht auch den Podcast darüber bewerben? Am besten natürlich mit Mehrwert und nicht einfach nur ein plumpes “Hier ist mein Podcast. Hört alle rein! Danke!” – nein, da muss schon etwas mehr kommen.

Gib dir Mühe und am besten einen ersten Einblick in das Thema der Folge. Gib ihnen einen wirklich guten Grund deinen Podcast zu hören.

Packe den Link zum Podcast in deine Email-Signatur

Dieser Tipp mag dem vorherigen ziemlich ähnlich sein, hiermit ist aber etwas anderes gemeint. Wie steht es denn um die Emails, die du tagtäglich verschickst? Hast du dort den Link zu deinem Podcast bereits berücksichtigt?

Verlasse dich nicht darauf, dass Interessenten den Link schon auf der Homepage sehen werden, pack den direkten Link in deine Emails. Alles andere ist für mich “Hoffnungs-Marketing” – hoffen zufällig gefunden zu werden.

Bewirb deine Podcastfolgen auf relevanten Social Media Kanälen

Deinen Podcast solltest du nicht wahllos bewerben, sondern prüfen und schauen wo sich deine Zielgruppe am ehesten aufhält und die entsprechenden Kanäle nutzen. Vermutlich sind nicht alle Social Media- und Netzwerk-Kanäle relevant für dein Marketing.

Konzentriere dich auf maximal 2-3 Kanäle und versuch nicht alles auf einmal zu machen. Eins nach dem anderen. Sobald ein Kanal gut läuft, kommt der nächste hinzu. Ein Redaktionsplan für alle Kanäle, die du bespielen möchtest, kann an dieser Stelle beispielsweise sehr gut unterstützen.

Veröffentliche deine Podcastfolgen auf deiner Website

Sehr viel wichtiger und langlebiger als Social Media- und Netzwerk-Kanäle ist es jedoch die Podcastfolgen auf deiner Website zu veröffentlichen bzw. einzubinden. Warum? Weil du was diese Plattformen angeht immer abhängig von Drittanbietern bist und dem dortigen Algorithmus und deine Inhalte danach ausgespielt und gar nicht allen Follower angezeigt werden.

Die Website hingegen ist ganz allein deine und als “Ideenspeicher” auch sehr viel besser geeignet und die Inhalte besser auffindbar als über Social Media.

Lade die Podcastfolgen auch bei YouTube hoch

Bevor du in innerlichen Widerstand gehst, bitte vergiss nicht, dass YouTube eine Suchmaschine ist und relevante Inhalte dort ebenso gesucht werden, wie über die Suchmaschinen selbst. Ich weiß, es ist zusätzliche Arbeit die Videos dort einzustellen. Es ist jedoch, die sich mitunter sehr lohnen kann. Darüber hast du nochmal einen ganz anderen Zugang zu den Menschen und erreichst sie auf andere Art und Weise.

Allein deshalb, finde ich, ist es die Sache wert zumindest darüber nachzudenken.

Wenn du dich dafür entscheidest, lege dort unbedingt eine Playlist für deine Podcastfolgen an. Das macht es potentiellen Hörern noch einfacher, diese zu finden.

Bitte die Hörer die Folgen zu teilen

Der wohl einfachste Tipp. Bitte um Mithilfe. Suche dir Menschen, die dich dabei unterstützen deine Botschaft nach draußen zu tragen. Wenn deine Hörer begeistert sind, werden sie es irgendwann von selbst tun.

Bis dahin bitte sie die Folgen zu teilen um dich zu unterstützen. Es hilft im Übrigen, wenn du dazu sagst, was deine Hörer davon haben dich zu unterstützen. Teile deine Vision, sodass deine Hörer besser verstehen können, warum es Sinn macht dich und deinen Podcast zu unterstützen. Das schafft Verbundenheit. Wenn deine Hörer sich damit identifizieren können, berührt sind, werden sie vermutlich von sich aus die Botschaft verbreiten.

Lass deine Hörer daran teilhaben was dich wirklich beschäftigt und bewegt das zu tun was du tust.

Wie holst du die Menschen ab, die schon da sind?

Lass mich dir zum Abschluss dieses Artikels noch eine Frage stellen: Anstatt auf diejenigen zu schauen, die du noch nicht überzeugt hast – wie holst du die Hörer ab, die schon da sind?

Neue Hörer sind gut und schön. Wie aber hältst du die Hörer bei der Stange, die du schon hast? Warum ist es dir so wichtig, unbedingt neue und mehr Leute für deinen Podcast zu begeistern?

Was steckt dahinter? Mehr Geld verdienen? Mehr Aufmerksamkeit? Mehr Kunden? Mehr Einfluss?

Nur auf die Zahlen zu schauen ist nichts Schlechtes. Aber es ist auch nicht alles.

Ich bin absolut kein Fan vom “Höher, schneller, weiter”-Game. Denn ich weiß, dass das nicht alles ist. Du kannst 10.000 Follower haben und keine Kunden. Du kannst 10.000 Downloads haben und keine Community. Lange Zeit habe ich selbst den Fehler gemacht nur auf die Zahlen zu achten. Und ja, ein Stück weit tue ich das auch heute noch. Jedoch steckt hinter jeder Zahl, hinter jedem Download, jedem Follower auch ein Mensch. Ein Mensch mit Bedürfnissen und Ängsten. Ein Mensch mit Zielen, Träumen und einer Vision.

Ich glaube das dürfen wir uns immer wieder bewusst machen, wenn wir uns mal wieder in den Zahlen verlieren.

Denn das ist nicht das worum es geht. Zumindest nicht ausschließlich.

Kerstin Heinz