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29. Juli 2020 |

Die Podcastmentorin: Musiknutzung in Podcasts

Im 2-Wochen-Rhythmus beantwortet „Die Podcastmentorin“ ab sofort für die Podcastwelt eure Fragen zu Podcasts. Zum Einstieg: Das solltest du bei Musiknutzung in deinem Podcast wissen und beachten!

Frage 1: Möchte ich überhaupt Musik nutzen?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Mittlerweile habe ich auch schon Podcasts gehört, die komplett ohne Musik auskommen – und trotzdem funktionieren. Für mich als Hörerin ist das zwar ungewohnt, scheint aber Geschmacksache zu sein.

Musik kann in einem Podcast-Konzept als unterstützendes und wiederkehrendes Element eingesetzt werden, etwa als Jingle oder Überleitung. Das ist für deinen Wiedererkennungswert wichtig. Die Hörer erkennen deine Musik und bringen sie direkt mit dir bzw. deinem Podcast in Verbindung.

Frage 2: Welche Musik passt zu meinem Thema?

Die Musik sollte zu deinem Thema passen. Die zu beantwortende Kernfrage lautet immer: Transportiert die Musik deine Botschaft?

Wenn du über ein ernstes Thema sprichst, solltest du also eher nicht auf fröhliche Klänge zurückgreifen. Es sei denn, du möchtest genau das bewirken und beispielsweise ein ernstes Thema dadurch auflockern.

Frage 3: Welcher Musikdatenbank kann ich vertrauen?

Es gibt unzählige Webseiten, auf denen du Musik herunterladen kannst. Viele Musikdatenbanken bieten eine Einordnung des musikalischen Stils und eine BPM-Angabe (BPM = beats per minute/Schläge pro Minute
Tempo des Musikstückes, je höher die hier angegebene Zahl ist, desto schneller ist der Beat) in ihren Suchfunktionen an.

▶️ Hör in verschiedene Stücke rein und lass die Musik auf dich wirken.

▶️ Bei manchen Anbietern kannst du auch eine Vorschau des Musikstücks kostenfrei herunterladen und somit die Wirkung in Verbindung mit deinem Podcast testen.

▶️ Hol dir, wenn du nicht weiter kommst, unbedingt Feedback von anderen Personen ein, deren Meinung zu schätzt.

▶️ Übrigens sollte die Musik nicht nur zu deinem Thema passen, sondern auch zu dir als Person. Ich würde z.B. niemals Hip Hop, Rap oder R’n’B nutzen, weil ich mich damit nicht identifizieren kann.

▶️ Bevor Du Musikstücke in Deinem Podcast nutzt:
• lies in den jeweiligen Nutzungsbedingungen nach, wie die Rechtslage ist
• frage beim Anbieter direkt nach
• lass bei Zweifeln lieber die Finger davon

Frage 4: Rechte, welche Rechte? Ich rede von Lizenzrechten, Nutzungsrechten und Urheberrechten.

Welche Musik darf ich denn nun unter welchen Umständen benutzen?

Im nachstehenden Text gehe ich näher auf die folgenden Begrifflichkeiten ein:

• GEMA/AKM/SUISA
• Gemeinfreie Musik
• Lizenzfreie Musik
• Creative Commons-Lizenz
• Royalty free

GEMA/AKM/SUISA

Die GEMA/AKM/SUISA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist eine Verwertungsgesellschaft mit treuhändersicher Vermittlerrolle, nimmt Urheberrechte für Mitglieder (Komponisten, Textdichter, Musikverleger) wahr und stellt sie Musiknutzern gegen Vergütung zur Verfügung.

Im GEMA/AKM/SUISA Lizenzshop kannst du eine Podcasting-Lizenz erwerben. Die Kosten hierfür hängen von Nutzungsdauer und reiner Musiklänge ab. Eine Lizenzerteilung ist jeweils an den Podcast geknüpft.

Gemeinfreie Musik

Das Urheberrecht besteht zu Lebzeiten des Urhebers uneingeschränkt. Der jeweilige Künstler kann die Nutzung seines Werkes jederzeit untersagen. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers findet eine Verjährung statt und die Musik wird gemeinfrei.

Lizenzfreie Musik

Aufgrund des bestehenden Urheberrechts gibt es kein lizenzfrei. Nutzungsrechte müssen auch bei vermeintlich kostenloser Musik geklärt werden.

Creative Commons-Lizenz

Hierbei legt der jeweilige Urheber selbst fest, was mit seinem Werk gemacht werden darf, Informationen stehen i.d.R beim jeweiligen Musikstück dabei. Diese Werke dürfen meist kostenfrei genutzt werden. CC-lizenzierte Musik ist GEMA/AKM/SUISA-frei und die Nutzungserlaubnis wird automatisch mit Lizenzierung erteilt.

Royalty free

Die Rechte zur Musiknutzung sind vorab geklärt und für den Kunden entstehen seitens des Lizenzgebers keine Folgekosten.

Frage 5: Worauf muss ich bei einer Lizenz achten?

  1. Darf die Musik bearbeitet werden?
  2. Ist eine Namensnennung des Urhebers erforderlich?
  3. Wofür darf ich sie verwenden?
  4. Handelt es sich um eine einmalige Gebühr oder zahlst du regelmäßig für die Nutzung der Musik?
  5. Ist die kommerzielle Nutzung erlaubt?
  6. Wann läuft deine Lizenz aus?

Eine Nennung des Urhebers in den Shownotes als Wertschätzung des Künstlers gehört für mich zum guten Ton dazu.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, hast du folgende Möglichkeiten:

  1. Musikstück eigens komponieren lassen und sämtliche Rechte hieran sichern
  2. Musik im Podcast komplett weglassen
  3. Schriftliche Bestätigung des Anbieters und/oder Urhebers einholen.

Hinweis

Die Inhalte in diesem Beitrag sind mit größter Sorgfalt erstellt, ersetzen jedoch keine Rechtsberatung. Außerdem empfehle ich dringend vor der Musiknutzung die Nutzungsbedingungen und AGB der jeweiligen Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls anwaltlich prüfen zu lassen.

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