Der Podcast-Markt im Fokus

3. November 2020 |

Faszination True Crime

Seit Jahren steigt das Interesse an Mord und Todschlag. Die Faszination an dem, was so real ist, dass es irreal erscheint, fesselt uns, macht uns süchtig.

True Crime ist so beliebt wie noch nie, egal ob als Podcast, Magazin oder Dokumentation. Wir können nicht genug von dem kriegen, was wir eigentlich nur fiktiv aus dem „Tatort“ kennen.

Moralische Grenzüberschreitung

Die Vorstellung, dass jemand auf Menschenjagd geht, ein Elternteil heimtückisch die ganze Familie auslöscht oder Kinder jahrelang gefangen gehalten werden, ist mit den Moralvorstellungen der (meisten) Menschen nicht zu vereinbaren. Vor allem dann nicht, wenn es einer unserer Nachbarn seien könnte, ein Freund oder Verwandter. 

Dabei handelt es sich beim Konsumieren von True Crime Content in keiner Weise um Voyeurismus. Vielmehr besteht eine schaurige Faszination darin, etwas über die Psyche und Beweggründe von Straftätern zu erfahren, um am Ende festzustellen, dass hinter einer Tat so viel mehr steckt, als nur die Tat selbst. 

Den Anfängen auf der Spur

Ursprünglich stellten deutsche True Crime Podcasts eine Erweiterung zu bereits vorhandenen Printmedien dar, wodurch sich speziell “Zeit Verbrechen” und „Stern Crime”, als professionelle Ergänzungen, schnell zu Favoriten der Szene etablierten. Diese inspirierten schnell einige Hörerinnen und Hörer dazu, selbst zu recherchieren, zu texten und eigene Podcasts zu starten.

Daher ist es kein Wunder, dass wöchentliche neue Formate, auf einer Vielzahl von Plattformen, an den Start gehen, von denen nicht nur alle eine Daseinsberechtigung haben, sondern auch alle es verdient haben, gehört zu werden. Nicht nur weil viel Zeit, Geld und Hingabe in das Endprodukt gesteckt wurde, sondern auch, weil hinter jedem Fall Opfer, Angehörige und Schicksale stehen.

Das „True Crime Archiv“

Dies ist der Grund, warum ich das „True Crime Archiv“ ins Leben gerufen haben. Ein Ort, an dem True-Crime-Fans immer auf dem Laufenden gehalten werden und jeder, egal ob professionell, als Laie oder nur für eine kurze Zeit, die gleiche Aufmerksamkeit bekommt.

Dabei ist es ganz egal, aus welcher Region die Podcaster*innen stammen, welchen Dialekt sie sprechen oder ob sie sich auf Fälle im In- oder Ausland beschränken. Für jeden ist etwas dabei. Ich selbst habe in jeden Podcast, den ich im „True Crime Archiv“ vorstelle, hineingehört und die meisten weiterverfolgt. Meine persönlichen Favoriten sind „Verbrechen von Nebenan“, „Puppies and Crime“ und „Black Box“. Sie kombinieren meine ursprüngliche Heimat, meine Liebe zu Hunden als auch meinen Berufswunsch und gehen dabei locker an die Sache ran. Obwohl bei mir natürlich Größen wie „Mordlust“ und „Mord auf Ex“ nicht fehlen dürfen. 

Und ganz wichtig für alle die, die es nun kaum erwarten können, sich selbst ein Bild von True Crime zu machen: Lachen ist ok und natürlich nie despektierlich gemeint. 

Jennifer Bick
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