Der Podcast-Markt im Fokus

30. Juni 2020 |

3 Fragen an Marino Knöppel von „Immer wieder Pödcast“

Dieser Podcast ist ziemlich „meta“: Es geht darin um das Podcast-Thema schlechthin – nämlich Podcasts. Dahinter steckt Marino Knöppel, der sich sowohl mit der Technik als auch mit formalen Aspekten der Podcast-Präsentation auf faszinierende Weise beschäftigt.

„Immer wieder Pödcast“ beschäftigt sich damit, wie man Podcasts konzipiert und produziert. Wie man einen coolen und gleichzeitig sinnvollen Namen für sein Podcast-Projekt findet. Wie man einen eingängigen Jingle einspielt und/oder mixt, welche Formate bei Hörer*innen gut ankommen, wie man Geld verdient und warum große Medienhäuser mit Podcasts ihr Kerngeschäft kannibalisieren. Marino Knöppel findet auf all das die passende Antwort, indem er Dinge ausprobiert, sich von Expert*innen beraten lässt.

Die Interviews werden von erläuternden Kommentaren eingerahmt, die Knöppel aufnimmt, wann immer es sich gerade ausgeht: Auf dem Weg in die Content-Agentur, die er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Valeria Anna Lampert gegründet hat, oder zum Treffen mit den Auskunft gebenden Fachleuten. Das hat durchaus Tagebuch-Charakter, und belebt den Podcast durch zahlreiche Field recording-Elemente.

Der Podcast als „Experiment“

„Immer wieder Pödcast“ bezeichnet Knöppel selbst als „Experiment“: Alles sei möglich, alles dürfe passieren – darum klingt auch jede Episode anders. Und doch eindeutig nach ihm: „Das Hörerlebnis soll dynamischer sein, als man es von vielen anderen kennt“, erklärt Knöppel. Er versuche die Hörer*innen „auf (m)eine Audio-Story mitzunehmen“.

Aufgrund der Selbständigkeit mit valerino.creations sind Podcasts nicht nur privat „extrem spannend für mich“. Zwar bewege sich Knöppel „vorwiegend im Video-Bereich“, aber durch den „Pödcast“, der im April 2020 on Air ging, habe sich bereits das eine oder andere berufliche Gespräch ergeben. Nur vom Podcasten allein leben zu wollen, das wäre ihm allerdings zu wenig. Knöppel bleibt auch hier auf der Metaebene: „Ich würde gerne vom Neue-Podcast-Konzepte-Erstellen und Verrückte-Audio-Projekte-Umsetzen leben können.“

Die ersten zehn Folgen des wöchentlich erscheinenden Podcasts sind eine wahre Freude für jeden, der oder die sich für Storytelling, Audiotechnik oder Marketing interessiert. Oder ganz einfach dafür, welche Möglichkeiten das Podcast-Format bietet – und welche Fehler man beim Start eines Podcasts tunlichst vermeiden sollte.

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Die Idee, überhaupt einen Podcast zu starten, gab es schon lange. Diesen Podcast dann über Podcasts an sich sowie über den Entwicklungsprozess und den Start zu machen, ist dann dadurch entstanden, dass ich mich gefragt habe: Wieso macht das noch niemand? Über die Titel-Entscheidung gibt es eine eigene Episode: „Der dümmste Name für einen Podcast“.

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

Die größte Überraschung war bislang wohl der enorme Aufwand, den man für die Produktion aufbringen muss. Sobald es über simple Interviews hinaus geht, muss man echt sehr viel Zeit hineinstecken.

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant?

Bisher nicht. Aber wenn sich ein Sponsor findet: gerne!

Bernhard Madlener