Der Podcast-Markt im Fokus

1. September 2020 |

Podcasts im geschäftlichen Einsatz

B2B-Marketing über Podcasts zu betreiben ist derzeit im Trend – zu Recht!

Seit gut zwei Jahren befindet sich das Medium Podcast in der Renaissance und das ist gut so! Menschen jeder Altersstufe hören vermehrt Podcasts. Mittlerweile werden auch supernischige Themen besprochen, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und ganz ehrlich? Je nischiger, desto besser! Egal, ob beim Sport, beim Autofahren, in der Straßenbahn oder bei der Hausarbeit, ein Podcast ist ein Nebenbeimedium. Das bedeutet, dass du beim Hören einer Podcastfolge keinen extra Zeitaufwand hast, der dir an anderer Stelle wieder fehlt. Deine Aufmerksamkeit richtet sich ausschließlich auf das Thema der Episode, die du gerade hören möchtest. Genau diesen Vorzug kannst du dir als Podcaster zu Nutze machen.

Das macht den Podcast attraktiv:

  • Die Aufmerksamkeit liegt beim Hörer ausschließlich auf dem Hören der Podcastfolge, somit findet keine Ablenkung statt
  • Deine Stimme ist deine Bühne: Mit gesprochenen Inhalten erzeugst du Nähe und Authentizität, was dir das Vertrauen der Kunden, Mitarbeiter und Konsumenten einbringt
  • Deine Hörer sind dir treu, solange der Inhalt gut ist
  • Perfektes Nebenher-Medium
  • Niedriger technischer Aufwand und geringe Kosten

Macht ein Podcast für B2B überhaupt Sinn?

B2B steht für Business-to-Business und meint alle geschäftlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Unternehmen. (Also nicht zu einem Endkonsumenten: Das wäre dann B2C, Business-to-Consumer.) Immer häufiger werde ich gefragt, ob ein Podcast von Unternehmen für Unternehmen sinnvoll ist. Meine Antwort: JA! Bitte, unbedingt. Und ich verrate dir auch, warum.

Am Ende steht immer ein Konsument: Podcast als Marketingkanal im B2B

Ein B2B-Beispiel macht anschaulich, warum ein Podcast für Unternehmer sinnvoll ist. Da meine Kunden überwiegend Coaches im Hochpreissegment sind, möchte ich von dieser Erfahrung berichten:

Ein Coach für Positionierung spricht im Podcast Themen an, wie sich Businessfrauen bestmöglich in ihrer Nische positionieren, um möglichst viele Interessentinnen aus ihrer Zielgruppe anzusprechen und ihnen Mehrwert zu bieten. Die Zielgruppe des Coaches sind Frauen, die ein eigenes Business haben oder gründen und sich gut mit ihrem Thema aufstellen wollen. Letztendlich macht der Coach dies, um für sich und sein Produkt/ seine Dienstleistung zu begeistern und neue Leads, also Kunden, zu gewinnen. Der Podcaster richtet sich mit seiner Expertise quasi an andere Unternehmerinnen und unterstützt diese, sich klar zu positionieren und ihre Fähig- und Fertigkeiten in Form von Coachings, Workshops oder anderen Produkten zielgerichtet anzubieten. Hier wird sehr gut deutlich, was ein Podcast überhaupt ist: Ein fantastischer Marketingkanal sowie ein smartes Kommunikationsmittel. Ein Podcast bietet dem Unternehmen die Möglichkeit näher am Kunden (hier meine ich das andere Unternehmen) zu sein. Ein anderes Beispiel, weil ich bei einer Schulung dabei sein durfte: Versicherungen. Jede große Versicherung hat selbstständige, für sich arbeitende Versicherungsvertreter. Hätte das Unternehmen einen Podcast, in dem die Zielgruppe die eigenen Vertreter sind, wäre dieser Podcast auch ein Podcast im B2B-Bereich.

Ein Podcast ist mehr als „Nice to have“

Große Unternehmen nutzen Podcasts auch für die interne Kommunikation mit den eigenen Mitarbeitern. Dort finden Themen, wie interne Prozesse, Strukturen, Neuigkeiten und das Unternehmen betreffende Informationen, Platz. Das ist vor allem bei großen und über die Ländergrenzen hinaus agierenden Unternehmen sinnvoll, um eine Verbundenheit und Zugehörigkeit unter den Mitarbeitern herzustellen. Das führt letztendlich dazu, dass Mitarbeiter nicht nur Arbeitsweisen und Prozesse anderer Abteilungen verstehen lernen, sondern auch auf charmante Weise wissen, was im Betrieb abläuft. Dieses positive Gefühl, steigert das Betriebsklima. Das Unternehmen trägt mit einem internen Podcast dazu bei, dass Mitarbeiter zufriedener, produktiver und selbstständiger arbeiten, weil ihnen das Gefühl vermittelt wird, ein wichtiger Teil zu sein. Das Erfolgsrezept guter Arbeit! Das Resultat ist eine Arbeitsatmosphäre auf Augenhöhe, Verständnis für innere Strukturen und Abläufe in der Chefetage. Eine positive Arbeitsatmosphäre wirkt sich auf den Endkunden aus und kurbelt die Kaufkraft und Investitionsbereitschaft an. Wer schließt schon gern eine Reiseversicherung bei einem unmotivierten und grummeligen Vertreter ab? Oder wer investiert gern in ein Businesscoaching, wenn der Coach/die Coachin nicht authentisch ihre Expertise zeigt? 

Langfristige Investition statt schnelles Geld

Menschen kaufen immer von Menschen sowie auch Menschlichkeit am Arbeitsplatz, besonders in einer Zeit, in der die Digitalisierung blitzschnell voranschreitet, unverzichtbar ist.

In Podcasts steckt viel Potenzial und das auch aus unternehmerischer Sicht. Deine Stimme ist etwas ganz intimes und stellt Vertrauen her.

Konzipiere deinen Podcast nicht aus der Erwartung heraus, schnell Geld damit zu verdienen. Das wird nicht funktionieren, weil ein Podcast eine langfristige Investition ist. Stellst du es jedoch geschickt an, lieferst kontinuierlich Mehrwert und bist geduldig, dann wirst du bereits mittelfristig eine treue Hörerschaft aufgebaut haben. Dann wird sich dein Podcast im besten Fall auch monetär auszahlen.

Susanne Hentschel
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