Der Podcast-Markt im Fokus

27. Oktober 2020 |

„Sternengeschichten“: 3 Fragen an Florian Freistetter

Seit 2012 begeistert der Astronom Florian Freistetter mit seinem Wissen über Planeten, Sterne und Galaxien. Der auch als „Science Buster“ bekannte Wissenschafter freut sich über zuletzt stark steigende Downloadzahlen.

Eigentlich hätten die „Sternengeschichten“ ein Video-Format werden sollen. Weil Florian Freistetter damals nicht mit der Technik zurecht kam, wurde es eben ein Podcast, der mittlerweile über 400 Episoden umfasst.

Faszination Weltraum

„Ich glaube, der größte Vorteil meines Podcasts ist es, dass es ihn schon so lange gibt“, sagt Florian Freistetter. Denn das Konzept sei ja eigentlich nicht besonders aufregend: „Ich rede jede Woche zehn bis 15 Minuten über ein Thema. Aber das halt schon seit acht Jahren.“ Damit ist der Astronom, der seit 2015 festes Mitglied der Wissenschafts-Kabarettgruppe „Science Busters“ ist, hierzulande aber jedenfalls als einer der Podcast-Pionier*innen zu werten.

„Ob es ‚Mitbewerber‘ gibt, kann ich gar nicht so richtig sagen“, so Freistetter. „Podcasts, die sich mit Astronomie beschäftigen, gibt es zwar einige. Aber ich glaube, das sind alles Interview- bzw. Gesprächspodcasts.“ Sein Podcast war von Anfang an als „Monolog“ geplant – „dafür aber kurz“, denn: „Keiner will ewige Monologe hören.“ Durchaus jedoch eine Art wöchentlicher „Gutenacht-Geschichten“ über den faszinierenden Bereich der Astronomie.

„Mein Beruf als Wissenschaftskommunikator besteht darin, möglichst vielen Menschen von Wissenschaft zu erzählen.“ Insofern gehört der Podcast auch eindeutig zu Freistetters beruflicher Tätigkeit. „Das große Publikum, das ich damit erreiche, macht es aber auch möglich, damit meinen anderen Tätigkeiten mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.“

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Ich habe den Podcast 2012 gestartet, weil ich zu blöd für einen Videokanal war. Ich bin mit der Videotechnik nicht klargekommen und habe mir gedacht: Dann mach ich halt einen Podcast, das ist nur Audio. Die Entstehung des Titels war nicht sonderlich aufregend. Ich kann mich auch gar nicht mehr genau daran erinnern. Aber ich erzähle Geschichten über Sterne, und insofern war „Sternengeschichten“ recht naheliegend.

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

Ich fand es sehr überraschend, dass sich meine Downloadzahlen in den letzten beiden Monaten verdoppelt haben. Was prinzipiell eh super ist – ich habe nur immer noch keine Ahnung, was die Ursache dafür war. Ansonsten bin ich immer wieder davon überrascht, wenn Menschen mich im echten Leben ansprechen und mir erzählen, dass sie meinen Podcast gerne hören. Echte Menschen sind dann doch was anderes als Statistiken über Downloadzahlen.

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant? Wenn ja: wie?

Ich habe die Sternengeschichten von Anfang als Podcast geplant, mit dem ich kein Geld verdienen will. Der Podcast soll werbefrei sein und immer für alle absolut frei zugänglich. Das bleibt auch so. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die mir einfach so und ungefragt Spenden für den Podcast überweisen. Was mich ebenso überrascht und freut.

Im Juni 2020 hat Florian Freistetter noch einen zweiten Podcast gestartet: Zusammen mit der Astronomin Ruth Grützbauch informiert er im Zwei-Wochen-Takt und deutlich längerer Form über „Das Universum“.

Bernhard Madlener